Nächstes Treffen online am 20. Januar

Unverzagt gehen wir ins neue Jahr – schon wieder eine sehr spannende Zeit, die vor uns liegt. Dabei ist Bewusstsein für das Vergangene eine wichtige Grundlage, um unsere Umgebung zu gestalten.

In diesem Sinn treffen sich alle Interessierten zu einer Besprechung über die Online-Plattform zoom, um über die Aktivitäten des AK Dialog Synagogenplatz 2021 zu beraten. Der Termin ist

Mittwoch, 20. Januar, ab 19.30 Uhr.

Wer teilnehmen möchte, kann gerne die Zugangsdaten
per E-Mail anfordern – seien Sie herzlich willkommen!

Rückblick: Wir erinnern uns – für ein solidarisches Zusammenleben

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Die Beiträge der Erinnerungsveranstaltung vom 10. November 2020 gibt es hier….

Die Veranstaltung fand „hybrid“ statt: Die meisten Interessierten nahmen am Live-Stream auf dieser Internetseite teil, es waren etwas mehr als 200 Geräte, die zugeschaltet waren (und wir freuen uns über jedes, vor dem mehrere Personen zuschauten). Auf dem Synagogenplatz war lediglich ein improvisiertes Sendestudio aufgebaut. Von dort wurden vorbereitete Beiträge in den Stream geschickt. Dort wurde live moderiert.

Und dort wurde auch der Beitrag von Professor Frederek Musall, der als Zoom-Konferenz mit der Möglichkeit zu Rückfragen und Diskussion organisiert war, eingebunden – dass es bei dieser Einbindung teils starke Tonprobleme gab, bitten wir auch nachträglich nochmals sehr zu entschuldigen.
Wir sehen zu, dass wir den sehr bedenkenswerten Inhalt in absehbarer Zeit nachliefern, hier auf dieser Internetseite. (Für die bis zu 70 Teilnehmer*innen der Zoom-Konferenz war, soweit sie den Ton der Internetseite korrekt abgeschaltet hatten, der Zoom-Ton übrigens störungsfrei.)


Der Synagogenplatz in Ludwigsburg:

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Ein Platz des Erlebens, der Nachdenkens, der Begegnung. Ein Platz des Erinnerns und der Mahnung. Und ein Platz der Menschenrechte. Aus furchtbarem Grund ein trauriger Platz. Wenn die richtigen Menschen darauf zusammenkommen: ein schöner Platz (wie hier bei einer Veranstaltung im November 2018).

Der Synagogenplatz ist ein weitgehend leerer Platz. Eine offene Wunde in der Stadt. Er erinnert an die Synagoge, die hier an der Ecke Alleenstraße / Solitudestraße von 1884 an stand.

Er erinnert auch an die Zerstörung dieser Synagoge durch Ludwigsburger Nazis am 10. November 1938. Und er erinnert erst recht an die jüdischen Bürgerinnen und Bürger der Stadt, die unter dem NS-Regime ausgegrenzt, beraubt, verfolgt, vertrieben und ermordet wurden.

Und er fordert täglich auf, die Menschenrechte zu achten – auch die von Menschen, die heutzutage aus ihrer Heimat fliehen, so wie unter der NS-Diktatur Menschen auch aus Ludwigsburg zu fliehen versucht haben, um ihr Leben zu retten und Freiheit zu finden.


Vielen Dank, Albert Sting!

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Die mit ihm zusammenarbeiten konnten, freuten sich über Albert Sting, seine Klugheit, sein Wissen und seine große Energie. Nun ist er im Alter von 96 Jahren gestorben und hinterlässt viel Dankbarkeit.

Albert Sting hat für die vorwärtsgewandte Erinnerungspolitik in Ludwigsburg Großes geleistet. Von seinem fundierten Wissen hat die Stadtgesellschaft vielfach profitiert, viele Initiativen und Projekte sind mit seinen Arbeiten und seinem Engagement eng verbunden.

Als ein paar Dutzend Menschen sich 2007 im Saal des Ludwigsburger Staatsarchivs trafen, um über die Gründung einer Ludwigsburger Stolperstein-Initiative zu beraten, erweiterte Albert Sting die Diskussion um einen sehr spannenden Gedanken: Er formulierte die Gefahr, dass eine aktive und sich selbst finanzierende Stolperstein-Gruppe in Teilen der Stadtverwaltung und des Gemeinderats zu einer noch weiter nachlassenden Aktivität am Synagogenplatz führen könnte. Damit gab Albert Sting einen wichtigen Impuls für einige der Anwesenden, beide Themen parallel zu betreiben und darauf zu achten, dass das eine nicht gegen das andere ausgespielt werden könne.

Durch seine aktive Mitarbeit im Förderverein Synagogenplatz Ludwigsburg, dessen stellvertretender Vorsitzender er trotz seines schon damals beträchtlichen Alters über viele Jahre hinweg war, hat er diesen Verein geprägt und durch historische und aktuelle Beiträge wieder und wieder bereichert.

Im Dezember 2015, als viel zu viele menschenfeindliche Aktionen sich in der Republik gegen Menschen richteten, die aus existenzieller Not nach Deutschland geflüchtet waren, griff Albert Sting sehr engagiert die Idee auf, in einer Videobotschaft seinen Standpunkt dazu zu formulieren. Angesichts der Brandstiftung in der Ludwigsburger Synagoge 1938 und aktueller Brandsätze gegen Unterkünfte von Geflüchteten fragte er: „Sind irgendwelche Menschen, die jetzt zu uns gekommen sind, unser Unglück?“ – ganz bewusst in Anlehnung an die Propagandasprache der Nazis. Und er widersprach energisch. Mit dem Nachdruck eines Mannes, der ganz bewusst nach seiner Militärzeit den Beruf eines Pfarrers ergriffen hatte, formulierte er „Jeder Fremde ist eine neue Entdeckung für uns“. Und er forderte von jeder und jedem, aktiv zu werden, „um den Anfängen zu wehren“.

Dass Albert Sting bei seinem Ausscheiden aus dem Vorstands-Amt des Fördervereins Synagogenplatz Ludwigburg die Ehrenmitgliedschaft verliehen bekam, war nicht nur eine formale Geste. Es war und bleibt Ausdruck des Respekts und der Dankbarkeit für so viel beherzten und klugen Einsatz.

Darüber hinaus sind alle historisch Interessierten in Ludwigsburg Albert Sting zu großem Dank verpflichtet für seine dreibändige „Geschichte der Stadt Ludwigsburg“, die eine kaum vorstellbare Menge von wichtigen und aussagekräftigen Quellen zum Geschehen in unserer Stadt zur allgemeinen Verfügung stellt.