Grundgesetz-Fest 2024: Viel Demokratie wagen!


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Der Arbeitsplatz Dialog Synagogenplatz organisierte für den 23. Mai 2024 ab 18 Uhr eine Geburtstagsfeier für das Grundgesetz – denn die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland wurde an diesem Tag 75 Jahre alt.

Aus diesem Anlass belegten Menschen aus Ludwigburg, wie gut das Grundgesetz ist – wie gut sich auf dieser Grundlage die eigene Persönlichkeit entfalten lässt, wie wichtig Kultur und Pressefreiheit sind, wie sehr es sich lohnt, gründlich hinter die Kulissen der Nazi-Verbrechen zu schauen und auch aktuelle Konsequenzen daraus zu ziehen.

• Penda Gueye, Ludwigsburger Schülerin aus einer Einwanderer-Familie, beschrieb, wie sie ihr Leben durch die Freiheiten gestalten kann, die das Grundgesetz garantiert.

• Susanne Mathes, Journalistin in Ludwigsburg, erläuterte die Bedeutung der Pressefreiheit und der Informationsfreiheit (die auch bedeutet, Nachrichten auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen zu können).

• Hans Pöschko vom Förderverein Zentrale Stelle stellte die Bedeutung dieser Ludwigsburger Ermittlungsstelle von NS-Verbrechen für das Geschichts-Bewusstsein im Land und die Wahrnehmung von Gewaltenteilung und Rechtsstaatlichkeit bei jungen Menschen dar.

• Bettina Gonsiorek, Leiterin der Tanz- und Theaterwerkstatt Ludwigsburg, sprach über die gesellschaftliche Bedeutung von Kultur – und die Notwendigkeit, ihren Freiraum auch in Zeiten knapper Mittel zu stärken.

• Schüler:innen des Ludwigsburger Goethe-Gymnasiums beschrieben gemeinsam mit einem Austausch-Schüler vom Lycée Robert Schuman in Hagenau, wie das friedliche Zusammenleben der Völker ganz praktisch im Alltag entwickelt werden kann.

• Musikalisch gestaltet wurde die Feierstunde Dennis Müller – Profi-Pianist und Pfarrer an der Ludwigsburger Friedenskirche –, dem Sänger Tobias Lampert und Juliane Mangold mit ihrer Handpan.

Mit dieser Veranstaltung verband der Arbeitskreis Dialog Synagogenplatz den verstärkten Aufruf, an der der Kommunal- und der Europawahl am 9. Juni teilzunehmen und demokratische Listen zu stärken.

DANKE an alle Beteiligten – die mitgewirkt haben, die da waren und die, die das Grundgesetz im Alltag immer wieder bewusst machen. Denn wir haben viel zu feiern und wir haben viel zu verteidigen.

Grundgesetz,
wo stand deine Wiege?
Wo kamst du zur Welt?
Grundgesetz,
du bist der Republik
so friedliebend vorangestellt.

Du sicherst jedem Menschen,
der hier mit andren lebt
und friedlich leben möchte,
alle Würde,
alle Freiheit,
alle Menschenrechte.

Deine Wiege stand
nicht auf Herrenchiemsee,
– Insel, Schloss und Tagungsort – .
Und bei den ausgestopften
Tieren im Bonner Museum?
Nein, sie stand nie dort.

Deine Wiege, Grundgesetz,
stand damals schon bei allen,
die Nachbarn war’n und doch
ausgegrenzt war’n und verfolgt
und massakriert – in deren Wohnung
steht deine Wiege heute noch.

Deine Wiege, so wie du,
steht auf den Plätzen der Zerstörung,
wo Bosheit herrschte, Hass und Streit.
Da standest du, da stehst du,
gibst allen Schutz und brauchst doch immer
von allen neue Wachsamkeit.

Die immer wieder gestellte Frage, warum das Grundgesetz ausgerechnet auf dem Synagogenplatz gefeiert werde, beantwortete Moderator Jochen Faber mit diesem Gedicht.




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Der Preis wird verliehen vom Verein „Gegen Vergessen. Für Demokratie“ Baden-Württemberg und unterstützt von der Berthold Leibinger Stiftung Er ist benannt nach der Ärztin und Politikerin Dr. Rahel Straus (1880 in Karlsruhe geboren, gestorben 1963 in Jerusalem).

Die Preisverleihung an den Arbeitskreis Dialog Synagogenplatz (gemeinsam mit dem Förderverein Synagogenplatz, der von Aktiven des Arbeitskreises gebildet wird) und auch an die Herrenberger Jerg-Ratgeb-Realschule ist am Donnerstag, 20. Juni, auf dem Ludwigsburger Synagogenplatz.

Rahel-Straus-Preis 2024 für den Arbeitskreis Dialog Synagogenplatz

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Einen aufschlussreichen Lebenslauf von Rahel Straus gibt es auf der Seite „Demokratiegeschichten“, geschrieben von Wolfgang Dästner > Link



Der Synagogenplatz:

Ludwigsburger Nazis zerstörten die Synagoge am 10. November 1938. Ihr Platz erinnert heute an die jüdischen Bürgerinnen und Bürger der Stadt, die unter dem NS-Regime ausgegrenzt, beraubt, verfolgt, vertrieben und ermordet wurden.
Und er fordert täglich auf, die Menschenrechte zu achten – auch die von Menschen, die heutzutage aus ihrer Heimat fliehen müssen.

Schüler*innen des Schiller-Gymnasiums Ludwigsburg erinnern an jüdische Ludwigsburgerinnen und Ludwigsburger.
Am 23. Mai feiern Menschen auf dem Synagogenplatz den Geburtstag des Grundgesetzes – die Verfassung ist eine Lehre aus den NS-Verbrechen.
Am 10. November versammeln sich viele Menschen auf dem Synagogenplatz, weil an diesem Tag im Jahr 1938 die Nazis das Ludwigsburger Gotteshaus anzündeten.
Eine Informationsveranstaltung mit Jugendlichen und Erwachsenen auf dem Synagogenplatz Ludwigsburg.
Beethovens Musik und Schillers Text: „Alle Menschen werden Bründer“, interpretiert von zwei syrischen Musikern auf dem Synagogenplatz.
Bei den Erinnerungsveranstaltungen auf dem Synagogenplatz sind die Koffer-Skulpturen stets stumme Zeugen. Sie erinnern an jüdische Ludwigsburger*innen, die von den Nazis ermordet wurden.
Ein fröhliches Fest auf dem Synagogenplatz? Natürlich auch, denn es gab seine Renovierung zu feiern.
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Schülerinnen und Schüler informieren sich über die Geschichte des Synagogenplatzes und seiner Menschen.
Eine „interreligiöse Tour“ auf dem Synagogenplatz – ein Aufruf zu Wachsamkeit und Toleranz.
HipHop auf dem Synagogenplatz, das Publikum quer durch alle Altersstufen. Perfekt.
Darf man sich auf die Koffer-Skulpturen setzen? Natürlich. Am besten mit vielen Informationen zum Synagogenplatz und den Menschen, deren Namen auf den Koffern stehen.

Rolf Bopp war sechseinhalb Jahre alt, als er das Werk der Nazi-Brandstifter von Ludwigsburg sah: Am 10. November 1938 um die Mittagszeit legten diese Feuer im jüdischen Gotteshaus der Stadt. Dass dies der Beginn von willkürlichen Verhaftungen, Verfolgung, Raub, Vertreibung und vielen Morden war, wusste das Kind damals noch nicht. Im September 2023 erinnert sich der rüstige Ludwigsburger daran, was er vor nahezu 85 Jahren gesehen hat.

Die Aufnahme ist eine wertvolle Ergänzung zu früheren Bereichten von Zeitzeug:innen, die der Arbeitskreis Dialog Synagogenplatz bereits 2011 aufnehmen konnte – eine Zusammenstellung dieser Videos findet sich unter diesem Link….


Rückblick auf den 28. Janauar 2024

7.000 Menschen stehen für Demokratie und Vielfalt. Die Enthüllungen über die Deportations-Phantasien von Rechtsradikalen einschließlich der AfD bringen im Januar 2024 Hunderttausende von Menschen in Deutschland auf die Straßen. Alleine in Ludwigsburg kamen am 28. Januar 7.000 Menschen zusammen, um für Demokratie und Vielfalt zu demonstrieren.

Auch der Arbeitskreis Dialog Synagogenplatz war mit einem Beitrag vertreten. Der Text ist hier zu finden…

Vertreter:innen der Stadt Ludwigsburg, des Arbeitskreis Asyl, des Bündnis für Vielfalt, des Hotel- und Gaststättenverbands für die Wirtschaftstreibenden im Kreis, der IG Metall und der Gewerkschaft VerDi sowie die Bundestagsabgeordneten von CDU, Grünen und SPD waren auf Initiative der Grünen-Landtagsabgeordneten Silke Gericke dabei.


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Gerne bieten Mitglieder des Arbeitskreis Dialog Synagogenplatz interessierten Gruppen, Schulklassen usw. betreute Besuche auf dem Synagogenplatz an – gegebenenfalls mit anschließendem Rundgang zu einigen Stolpersteinen, die an Ludwigsburger Opfer des NS-Terrors erinnern.

Je nach Bedarf der Gruppe können die angebotenen Informationen und Gespräche in thematisch und im zeitlichen Umfang passend vorbereitet werden. Bei Interesse melden Sie sich bitte per E-Mail…

Wer eine eigene Unterrichtseinheit vorbereiten möchte – für eine Schulklasse, eine Gruppe im Konfirmandenunterricht oder in welchem Zusammenhang auch immer – ist herzlich eingeladen, hier angebotenes Material zu nutzen. Entwickelt wurde es für evangelischen Religionsunterricht, einsetzbar ist es komplett oder in frei zu wählenden Teilen für nahezu jede Gruppe. Hier klicken…





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