Aktuelle Veranstaltung – herzliche Einladung:

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„Wir stehen auf – unser Grundgesetz!“

Arbeitskreis Dialog Synagogenplatz lädt zum Geburtstag der Verfassung am 23. Mai ein

„Zum 69. Geburtstag wollen wir dem Grundgesetz ein hübsches Fest ausrichten“, freut sich der Arbeitskreis Dialog Synagogenplatz auf Mittwoch, den 23. Mai. Dann soll ab 18 Uhr das Grundgesetz gefeiert werden, mit vielen Bürgerinnen und Bürgern, mitten in Ludwigsburg – eben auf dem Synagogenplatz. Warum gerade da? „Weil die Menschenrechte, die das Grundgesetz garantiert, an kaum einem anderen Platz in der Stadt so deutlich erfahrbar sind.“
„Die ersten Artikel des Grundgesetzes sind eine Reaktion auf die Verbrechen der Nazis – Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, so der Arbeitskreis Dialog Synagogenplatz. „Die Mütter und Väter der Verfassung haben aus dieser Erfahrung heraus die Grundrechte an den Beginn der Verfassung gestellt. Bei allen Schwierigkeiten, einen gerechten Alltag für alle Menschen im Land zu erreichen, sind diese Grundrechte etwas vom Wertvollsten, das wir alle besitzen.“ Aus dieser Einschätzung heraus organisiert der Arbeitskreis bereits zum zweiten Mal eine solche Feier.
Ab 18 Uhr gibt es am Mittwoch, 23. Mai, Musik auf dem Synagogenplatz: Der syrische Musiker Mazen Mohsen, der auch schon durch Interpretationen deutscher Volkslieder auf sich aufmerksam gemacht hat, wird mit seinem Kollegen Fiedaa Safaya auftreten. „Musik ist eine universelle Sprache“, finden die Veranstalter, „da passt es gut, einen exzellenten Musiker zu hören, der aus einem anderen Land nach Deutschland kam und nun hier lebt. Ebenso wie die Musik sind die Menschenrechte universell, sie gelten für die ganze Bevölkerung.“
Den Schwerpunkt der Grundgesetz-Feier werden rund zwei Dutzend Menschen bilden, die in Ludwigsburg leben oder arbeiten: Eine bunte Schar im alter von sieben bis über 80 Jahren wird wichtige Textausschnitte des Grundgesetzes vortragen, Unbekannte und eher Prominente. „Die Grundrechte sind für die meisten Menschen zu einer Selbstverständlichkeit geworden“, findet der Arbeitskreis Dialog Synagogenplatz. „Mit solch einer positiven Veranstaltung wollen wir das Bewusstsein dafür stärken, dass sie vor wenigen Jahrzehnten in Deutschland abgeschafft wurden und dass sie auch heute noch stets im Alltag gepflegt und bei Bedarf verteidigt werden müssen.“
Der Platz, auf dem Ludwigsburger Nazis im Jahr 1938 das jüdische Gotteshaus der Stadt zerstörten, erinnert an die Verfolgung, der viele Menschen auch in Ludwigsburg während des NS-Regimes ausgesetzt waren. „Dass Menschen aus der Gemeinschaft einer Stadt und eines Landes ausgegrenzt wurden, war die Grundlage schlimmster Verbrechen“, so der Veranstalterkreis. „Unsere Grundgesetz-Feier ist ein Zeichen für Gemeinsamkeit und Fairness im Zusammenleben der Bevölkerung.“