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Aus der Geschichte der jüdischen Ludwigsburgerinnen und Ludwigsburger

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Es braucht eine Fotomontage, um die Ludwigsburger Synagoge und etliche Mitglieder ihrer Gemeinde auf einen Blick zu zeigen: Mitglieder der Familien Szylit, Wertheimer, Greilsamer, Metzger, Pintus, Frischauer, Groß, Katz, Elsas, Kaufmann, Dreyfus und Henle...

Seinen umfassenden Vortrag mit dem Titel „Aus der Geschichte der Ludwigsburger Juden“ hielt Dr. Albert Sting auf vielfachen Wunsch im Herbst 2013 in einer Veranstaltungsreihe zur 75. Wiederkehr der Synagogen-Brandstiftung erneut.

Seine Inhalte sind folgende Themenbereiche:

  • Württembergische Geschichte: Jüdisches Leben in Württemberg ab dem 11. Jahrhundert, Verfolgung von Juden im 13. und 14. Jahrhundert.

  • Absolutistische Herrscher ab dem 18. Jahrhundert beschäftigen jüdische Fachleute vor allem für ihre Finanzwirtschaft – prominentestes Beispiel: Josef Süß Oppenheimer in Ludwigsburg.

  • Ab dem 18. Jahrhundert können Juden sich Aufenthaltsrecht kaufen – die Herrscherinnen und Herrscher machen Kasse.

  • Jüdische Gemeinde in Aldingen ab 1774 – Vorläuferin der späteren jüdischen Gemeinde in Ludwigsburg

  • 1806 bis 1924 – lange Auseinandersetzungen bis zur rechtlichen Gleichstellung von Juden mit anderen Württembergern

  • Ludwigsburger Geschichte: Erste jüdische Familien ab 1764, ein erster Betsaal ab 1824. Juden durften als Handwerker arbeiten: 1852 kommt der Weber und spätere Textilfabrikant Benedikt Elsas aus Aldingen nach Ludwigsburg. 1873: Das erste Grab auf dem jüdischen Friedhof wird für einen französischen und einen deutschen Soldaten, beide aus jüdischen Familien, beide im Ludwigsburger Lazarett gestorben, gemeinsam genutzt: „Feinde im Leben, im Tode vereint“.

  • 1884 Bau der Ludwigsburger Synagoge durch die Reform-orientierte Gemeinde als Ausdruck der Sicherheit, in Ludwigsburg eine Heimat gefunden zu haben. Berichte von bester Nachbarschaftlichkeit von Ludwigsburger/innen christlichen und jüdischen Glaubens im gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Leben.

  • Biografische Beispiele: Familie Elsas, Dr. Walter Pintus – beliebt und integriert, dann ausgegrenzt, verfolgt, ermordet. Beispiele für solidarisches Verhalten aus der nichtjüdischen Bürgerschaft.

  • Zerstörung der Ludwigsburger Synagoge am 10. November 1938 – die herabgestürzten Gesetzestafeln von der Synagogenfassade als Sinnbild für den Niedergang menschlichen Verhaltens in Nazi-Deutschland.


Den gesamten Vortrag von Albert Sting „Aus der Geschichte der Ludwigsburger Juden“ finden Sie als PDF auf unserer Downloadseite (Titel „Ludwigsburger_Juden.PDF).

2013-11-05-Albert-Sting



[ Eine illustrierte Geschichte der Ludwigsburger Synagoge im Überblick – ursprünglich für eine Ausstellung entwickelt – gibt es hier… ]