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Die Koffer der Deportierten erzählen eine bittere Geschichte: Menschen jüdischer Herkunft wurde vorgegaukelt, sie könnten an einem Ort „im Osten“ ein neues Leben beginnen. Dazu sollten sie einen Koffer mit persönlichen Gegenständen, Hygieneartikeln, Schuhen und derlei mitbringen. Manchmal wurden sie auch aufgefordert, Werkzeug einzupacken, in anderen Aufrufen ist von Bargeld die Rede. So wurden Menschen versammelt, die alles hinter sich lassen mussten und nur die Hoffnung auf die kommende Zeit hatten - gegründet auf diesen einen Koffer. Wie hinterhältig die Nazis waren, ist bekannt: Der Inhalt der Koffer wurde geraubt, die Besitzerinnen und Besitzer wurden in den Lagern als Arbeitssklaven missbraucht, bis man sie umbrachte, oder sie wurden direkt ermordet.

Die folgenden Fotos sind Filmmaterial entnommen, das für einen geplanten Propagandafilm der Nazis von der ersten massenhaften Deportation von Stuttgart aus gedreht wurde: Am 1. Dezember 1941 wurden rund 1.000 jüdische Männer, Frauen und Kinder aus Württemberg an einem Gleis beim Stuttgarter Nordbahnhof in einen Zug gepfercht und nach Riga gefahren; zuvor hatte man sie unter erbärmlichen Umständen in der Messehalle auf dem Killesberg eingesperrt – von dort stammen diese Bilder. Die meisten dieser Menschen werden im März 1942 in der Nähe von Riga ermordet.
Mehr Informationen hier…

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Solche Koffer
(zu sehen in der Ausstellung der KZ-Gedenkstätte Auschwitz) waren das Vorbild für nun installierte geplante Skulptur auf dem Ludwigsburger Synagogenplatz. Der hier gezeigte Koffer mit dem Namen „Jacob Greilsamer" ist vermutlich der des Ludwigsburger Bürgers dieses Namens, der zusammen mit seiner Frau und deren Mutter in Auschwitz ermordet wurde. Die beiden Kinder hatte das Ehepaar nach England in Sicherheit bringen können.
Mehr Informationen zu ihrer Geschichte gibt es hier...

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Auch anhand dieses Koffers aus Stuttgart kann eine ausführliche und traurige Geschichte erzählt werden: Ruth Lax, mit dem oben beschriebenen Transport aus ihrer Heimat verschleppt, wurde im März 1942 im Alter von fünfeinhalb Jahren ermordet…
Hinweis auf eine Ausstellung des Bundesarchivs...
Hinweis auf die Internetseite der Stuttgarter Stolpersteine...

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