Vortrag über Gerda Taro

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Dienstag, 8. Nov. 2016
Gerda Taro: „Fotografieren heißt Teilnehmen!“
Vortrag von Irme Schaber



Erinnerung an eine Frau, die Erinnerungen schuf: Gerda Taro kam 1910 in Stuttgart als Gerta Pohorylle zur Welt. Nach einer Flugblattaktion gegen Hitler wurde sie in Leipzig kurzzeitig verhaftet. Sie war Jüdin und floh 1933 nach Paris, wo sie Robert Capa traf und zu fotografieren begann.
Engagement und Risiko zeichneten ihre Arbeit aus. Sie dokumentierte Flüchtlings-elend und zerstörte Städte im spanischen Bürgerkrieg, einem international angeheizten Konflikt. Sie war die erste Frau, die direkt in der Kampfzone fotografierte. Ihr Weg vom Nazi-Flüchtling zu einem Prototyp des modernen Fotojournalismus verlief im Spannungsfeld von eigener Fluchterfahrung und neuer Medienöffentlichkeit.
Sie begleitete die Internationalen Brigaden mit der Kamera, lernte Ernest Hemingway, Pablo Neruda und André Malraux kennen. Ihre fotografischen Berichte aus dem ersten Bombenkrieg auf europäischem Boden waren ein Votum für eine andere Politik. Mit ihren Bildern bezog Gerda Taro klar Stellung gegen Franco und Hitler.
Diese Nähe zum Geschehen setzte neue Maßstäbe für die fotografische Kriegsberichterstattung – und kostete Gerda Taro 1937 das Leben. Ihr Kollege und Lebenspartner Robert Capa fotografierte weitere Kriege und wurde weltberühmt.

Irme Schaber lebt als freie Autorin, Dozentin und Kuratorin in der Nähe von Stuttgart. Fotografie und Fotokunst, Exil- und Kulturgeschichte stehen im Fokus ihrer Arbeit. Sie hat Gerda Taro vor Jahren wiederentdeckt und die erste Fotoausstellung über die Fotografin für das International Center of Photography/ICP in New York kuratiert. 2013 erschien ihre große Biografie über die Fotoreporterin Gerda Taro.

Eintritt frei · Spenden willkommen

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