„Eine Flamme, die nie verlöscht“

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Sa, 4. Juni – 19.00 Uhr: Duo Nihz: Eine Flamme, die nie verlöscht – Lieder von Menschen aus Konzentrationslagern – Bobby Rootveld (Gitarre und Gesang) und Sanna van Elst (Blockflöte und Gesang) führen Musik von eingsperrten Komponisten auf, Lieder aus verschiedenen KZs sowie Stücke, die den Völkermord der Nazis an Jüdinnen und Juden im Rückblick besingen. Widerstand und Trauer sind wichtige Themen, aber auch Hoffnung für die Zukunft. Veranstaltungsort: Beck’sches Palais, Stuttgarter Straße 12/1, Ludwigsburg. Eintritt 10,- € (6,- € für Schüler/innen und Studierende).
Mehr über die Musiker und das Programm:

Eine Flamme, die nie verlöscht
Lieder von Menschen aus Konzentrationslagern

Don NIHZ:
Bobby Rootveld - Gitarre und Gesang
Sanna van Elst - Blockflöte und Gesang

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Der Anstoß zu diesem musikalischen Rückblick in die Shoah fand sich im Archiv des KZ Westerbork in den Niederlanden. Hier forschten Bobby Rootveld und Sanna van Elst, ob es wohl Dokumente gäbe, die mit Musik zu tun hätten.

Und diese Dokumente gab es, viel mehr noch als erwartet: Texte und Noten, entstanden in verschiedenen Lagern, hauptsächlich in Westerbork und Bergen-Belsen. Mehr als 40 Lieder erzählen uns vom Leben im Lager, von Liebe, Trauer, Angst und Hunger.

Es sind namhafte Künstler ihrer Zeit unter denen, die uns diese erschütternden Zeugnisse hinterlassen haben: das Duo „Johnny und Jones“ (
Nol van Wesel, 3.8.1918–20.3.1945 in Bergen-Belsen und Max Kannewasser, 24.9.1916-15.4.1945 in Bergen-Belsen) war beispielsweise eines der profiliertesten Jazzensembles im Amsterdam der dreißiger Jahre. Der Komponist und Kabarettist Willy Rosen  (18.7.1894-28.10.1944 in Auschwitz-Birkenau) gehörte zu den bekanntesten Unterhaltungskünstlern im Deutschland der zwanziger Jahre, bevor ihn das Auftrittsverbot der Nazis 1937 zur Emigration zwang.

Das Programm nimmt das Publikum mit auf eine Zeitreise, die in den späten zwanziger und frühen dreißiger Jahren beginnt mit dem ersten und vielleicht bekanntesten 'Lagerlied' - 'Die Moorsoldaten' aus dem Jahr 1933. Schwerpunkt sind dann die Lieder von 'Johnny und Jones' und 'The Robbies'. Doch auch die Lieder anderer Komponisten aus verschiedenen Lagern werden zu hören sein wie z.B. „Das Auschwitzlied' und 'Das Ende'. Das Konzert schließt mit Liedern, die nach dem Ende des Kriegs zurückblicken auf die Shoah: mit Trauer über die Vergangenheit, aber auch mit Hoffnung für die Zukunft.

Viele dieser Lieder wurden über 70 Jahre nicht gespielt und erst vom Duo NIHZ wieder zum Klingen gebracht. Selbstgewählte Aufgabe und Privileg gleichermaßen für das Ensemble, das vor dem Hintergrund von Bobby Rootvelds jüdischer Familien- und Widerstandsgeschichte mit Leidenschaft und Emotion das Publikum in seinen Bann zu ziehen weiß. Über die Geschichte seiner Familie und über die der jüdischen Musik erzählt der Gitarrist zwischen den Liedern.

Für seine begeisternde und informative Darbietung hat das Duo NIHZ das „Zertifikat besonderer Wertschätzung“ erhalten beim International Jewish Music Festival in Amsterdam. In den letzten zwei Jahren gab es zahllose Konzerte u.a. im Concertgebouw Amsterdam sowie in Indien, China, Hongkong, Thailand, Bhutan, Malaysia, Polen, Slovakien, Ungarn, Griechenland, der Schweiz, Italien, Dänemark, Israel und weiteren mehr.

Mehr Info:
www.duonihz.com