Musik ermordeter Komponisten

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Fulminantes Konzert: Musik von Erwin Schulhoff, Viktor Ullmann und Felix Mendelssohn-Bartholdy präsentierte das Ludwigsburger Streichquartett am 7. November zugunsten des Synagogenplatzes. Unterstützt wurden die vier brillanten Musikerinnen dabei von der Sopranistin Cornelia Ragg und der Schauspielerin Barbara Stoll, die unter anderem Texte von Franz Kafka, Paul Celan und Else Lasker-Schüler vortrug.


Fr. 7. NOV
· 19.30 Uhr
Beck’sches Palais
Begegnungsstätte Stuttgarter Straße 12/1
Musik und Wort
mit dem
Ludwigsburger Streichquartett
  • Julia Glocke (Violine) • Gotelind Himmler (Violine) • Astrid Menzer (Viola) • Susanne Reikow (Violoncello)
Barbara Stoll (Rezitation) Cornelia Ragg (Sopran)

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Unter dem Motto „Wort und Musik“ konzertiert das Ludwigsburger Streichquartett auf überregionaler Ebene.
Dabei nähern sich die Musikerinnen einem Komponisten bevorzugt über dessen Notenschrift in Kombination mit ausgewählten Briefen und Texten. Mit der Sprecherin Barbara Stoll haben sie die perfekte Ergänzung zum musikalischen Klang gefunden. An diesem Abend werden sie zusätzlich durch die Sopranistin Cornelia Ragg verstärkt.

Erwin Schulhoff (1894 – 1942; Foto links): Fachleute finden, er habe „eine bedeutende Rolle in der Entwicklung der Musikgeschichte“ gespielt – dennoch geriet er weitgehend in Vergessenheit. Als junger Künstler aus einer jüdischen Familie setzte er sich nach Teilnahme am Ersten Weltkrieg für die radikale Erneuerung von Musik und Gesellschaft ein. Seine Flucht scheiterte, im bayerischen Internierungslager Wülzburg wurde er ermordet.

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Viktor Ullmann (1898 – 1944; Foto rechts): Stammte aus einer katholischen Familie jüdischer Herkunft. Nahm am Ersten Weltkrieg teil, studierte Musik unter anderem bei Arnold Schönberg und entwickelte die „Polytonalität“. 1942 ins KZ Theresienstadt gesperrt, komponierte in Gefangenschaft weiter, bis er nach Auschwitz deportiert und ermordet wurde. Einige seiner wichtigsten Werke wurden erst Jahrzehnte nach seinem Tod uraufgeführt.

Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809 - 1847) entstammte ebenfalls einer jüdischen Familie. Der bedeutende Philosoph Moses Mendelssohn war sein Großvater. Die Eltern Abraham Mendelssohn und Lea Salomon erzogen ihre Kinder im christlichen Glauben und fügten dem jüdischen Nachnamen ‚Mendelssohn‘ noch den christlichen ‚Bartholdy‘ hinzu.
Statt Eintrittsgeld bitten wir um eine Spende von 12,- €.

Das musikalische Programm im Detail; es wird ergänzt durch ausgewählte Textvorträge:

Erwin Schulhoff
Fünf Stücke für Streichquartett
I. Alla valse viennese (allegro)
II. Alla Serenata (allegetto con moto)
III. Alla Czeca  (molto allegro)
IV. Alla Tango milonga (andante)
V. Alla Tarantella (prestissimo con fuoco)

Viktor Ullmann
Drei Lieder für Singstimme und Streichtrio nach Texten von Georg Trakl und Albert Steffen
I. Herbst
II. Lieder der Tröstung
- Tote wollen nicht verweilen
- Erwachen zu Weihnachten
3. Streichquartett
Allegro moderato - Presto
Largo
Rondo - Finale

Felix  Mendelssohn-Bartholdy 
Streichquartett Es-Dur opus 12
1.Satz Adagio non troppo - Allegro non tardante