Jüdischer Friedhof Hochberg am Neckar

JüdFriedHochberg_www
Lebensspuren in Hochberg: Mit großem Wissen und herzlicher Darstellungsform machte Gertrud Bolay am 24. Oktober die Führung über den jüdischen Friedhof in Remseck-Hochberg zu einer sehr lebendigen Veranstaltung. Zahlreiche Interessent/innen besuchten die rund 250 Gräber aus einer Zeit, als Christen und Juden in guter Nachbarschaft miteinander lebten. Remsecks neuer Oberbürgermeister Dirk Schönberger führte in die Veranstaltung ein und unterstrich die Wichtigkeit, die das jüdische Erbe für die Stadt Remseck und ihre Bürgerinnen und Bürger habe. Und - leider wichtig für den Förderverein Synagogenplatz - erfreulich viele Spenden wanderten in die Kasse für die Sanierung des Platzes in Ludwigsburg.



Fr, 24. OKT
· 16.00 Uhr
Friedhof in Hochberg

Jüdischer Friedhof – Ort mit Geschichte

2014-04-24_JüdFriedhof_Hochberg_www

Führung mit Gertrud Bolay
Zwei heutige Stadtteile von Remseck haben eine beachtliche jüdische Geschichte: In Aldingen ließen sich die ersten Juden um 1730 nieder. Sie feierten ihre Gottesdienste in einem Betsaal, der im Dachstock eines Privathauses eingerichtet war. Die Gemeinde wurde bereits 1874 aufgelöst und die noch im Ort ansässigen Juden der israelitischen Gemeinde in Ludwigsburg zugeteilt.
In Hochberg bestand eine israelitische Gemeinde von 1772 bis 1914. Die heutige „Hochberger Synagoge“, 1827 erbaut, wurde 1916 an die Methodistische Gemeinde Hochberg verkauft.
Da viele Gemeindemitglieder wegzogen (zum Beispiel nach Ludwigsburg) und die Gemeinden aufgelöst wurden, ist die Geschichte der Jüdinnen und Juden aus Aldingen und Hochberg nicht von Judenhass und Verfolgung geprägt, sondern zeugt von Nachbarschaftlichkeit. Der jüdische Friedhof am Hochberger Ortsausgang Richtung Neckargröningen, parallel zum Neckar gelegen, berichtet von einer Zeit relativ friedlichen Zusammenlebens von Juden und Christen.
Gertrud Bolay hat sich intensiv mit der Geschichte der israelitischen Gemeinde beschäftigt und die Ergebnisse 2001 in dem Band „Jüdischer Alltag in Hochberg“ zusammengefasst. Für ihre Führung kann sie auch auf Arbeiten von Dr. Ulrike Sill über den Jüdischen Friedhof und von Eduard Theiner zurückgreifen.

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Stadt Remseck am Neckar.
Treffpunkt um 16.00 Uhr ist die Bushaltestelle „Lindenstraße“ (Bus 402) an der Neckarremser Straße. Von Ludwigsburg aus fährt die Buslinie 433 zum nahen Alexandrinenplatz (Abfahrt beispielsweise am Ludwigsburger Busbahnhof 15:29 Uhr an Bussteig 2).
Statt Eintrittsgeld bitten wir um eine Spende von 8,- € je Person für den Ludwigsburger Synagogenplatz.
Männer werden gebeten, eine Kopfbedeckung zu tragen.